Sadismus / Masochismus
Der Begriff des Sadismus ist auf den französischen Adligen und Schriftsteller Donatien- Alphonse- François Marquis de Sade ( 1740-1814) zurückzuführen. Er schrieb eine Reihe von psychologisch aufklärenden Romanen mit meist obszönem Inhalt. Der Marquis de Sade geriet auf Grund seiner Neigungen und Veröffentlichungen immer wieder mit dem französischen Staat und seiner Justiz in Konflikte. Seine letzte Inhaftierung erfolgte am 6. März des Jahres 1801 wegen seiner Autorenschaft des Romans "La Nouvelle Justine". Aus der Haft wurde er am 27. März 1803 in die Irrenanstalt von Charenton verlegt, wo er am 2. Dezember des Jahres 1814 verstarb.
Der Begriff des Masochismus ist auf den Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher- Masoch (1836-1895) zurückzuführen. Sacher- Masoch ist insbesondere durch den Roman "Venus im Pelz", der im Jahr 1866 erschien, bekannt geworden. Er wurde am 27. Januar in Lemberg (Galizien), heute Ukraine, als ältestes Kind eines Polizeidirektors geboren. Nach seinem Studium in Lemberg lehrte er an der dortigen Universität als Professor. Er gab den Beruf als Professor aber bald auf, um sich nur noch der Schriftstellerei zu widmen. Die Familie übersiedelte im Jahr 1848 nach Prag. Neben dem Roman Venus im Pelz veröffentlichte er eine Reihe weiterer Romane, so im Jahr 1858 "Eine galizische Geschichte" oder im Jahr 1870 "Die geschiedene Frau" oder "Die Schlange im Paradies". Er verstarb am 9. März des Jahres 1895 im heutigen Altenstadt/Hessen. Die Begrifflichkeit Sado- Masochismus wurde im Jahr 1886 von dem in Mannheim geborenen Arzt und Psychiater Richard Freiherr von Krafft- Ebing (1840-1902) erstmals in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt.
* 14. August 1840 in Mannheim
† 22. Dezember 1902 in Graz/Österreich
Von Krafft- Ebing ist vor allem durch die Erfindung der Begriffe Sadismus und Masochismus in
die populär wissenschaftliche Diskussion eingegangen. In seinem bekanntesten Monumentalwerk von
1886 der " Psychopathia Sexualis " begann er mit einer systematischen Einteilung bestimmter
sexueller Vorliebe als Krankheitsbilder. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 25 Bücher und
mehrere hundert wissenschaftliche Monografien.
Krafft- Ebing gilt als eigentlicher Begründer der modernen Sexualpathologie und besaß eine
prägende Wirkung auf Wissenschaft und Forschung. Er kann weiterhin als der Schrittmacher, der
zu seinen Lebzeiten noch wenig anerkannten Disziplin der Psychiatrie, gerechnet werden.
Er galt als einer der führenden Köpfe der "Wiener Medizinischen Schule"